Die Schülerbücherei
Im Schuljahr 99/00 wurde die Schülerbücherei eingerichtet. Die Finanzierung wurde nachträglich durch das Stadtschulamt und die schulbibliothekarische Arbeitsstelle der Stadtbücherei sichergestellt. Die Bücherei ist zunächst ein "Leseort" für Kleingruppen, verfügt aber auch über eine Mediothek von Lernsoftware für die Lehrerinnen und Lehrer. Eine Bücherausleihe ist sichergestellt. Für die Sprecherziehung gibt es hier auch ein kleines "Tonstudio", wo die Kinder ihr eigenes Tonband "besprechen" und dieses auch mit nach Hause nehmen können. Ein Internetanschluss ermöglicht es, weitere Informationsquellen aufzurufen.
Die Leiterin der schulbibliothekarischen Arbeitsstelle Frau Eva v. Jordan Bonin: "Der Schulleiter formulierte von Anfang an präzise, was er in Sachen Schulbibliothek erwartete: "Ich möchte Qualität für meine Schüler". Damit wurden wir beim ersten Beratungsgespräch begrüßt. Dies war ernst gemeint und eine gute Basis für die Zusammenarbeit zwischen der Karmeliterschule und der schulbibliothekarischen Arbeitsstelle der Stadtbücherei Frankfurt am Main".
Unvergessen ist der Einzug der ersten Bücher in die Schulbibliothek, unter aktiver Mithilfe zahlreicher Schülerinnen und Schüler, die die schweren Kisten schleppten. Damit machten sie gleich deutlich, dass die Schulbibliothek ihre Sache ist!
Die Schulbibliothek der Karmeliterschule zeigt beispielhaft, welche Faktoren den Erfolg einer Schulbibliothek bestimmen: ein anregender Ort, in das unverwechselbare Profil der Schule eingebunden und fester Bestandteil des (Schul-)Alltags. über die wichtige elementare Leseförderung hinaus, soll hier im Wechselspiel mit den anderen Angeboten der Schule ein solides Fundament für Medienkompetenz gelegt werden, das den Schülerinnen und Schülern durch frühe positive Erfahrungen mit attraktiven Medien langfristig Orientierung gibt - weit über ihre Schulzeit hinaus.
Leseförderung für Kinder
Lesen ist das Basis-Medium unserer Kultur. Durch Lesen entsteht mehr Lebensqualität. Nicht lesen können bedeutet, von den wesentlichen Bereichen des gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und kulturellen Lebens ausgeschlossen sein. Daher muss das Lesen einen zentralen Raum in der Schule einnehmen. Allerdings wird das "Lesen im Gleichschritt" den Anforderungen und Möglichkeiten der Grundschule nicht mehr gerecht. Häppchenkost aus dem Lesebuch, das schrittweise Erarbeiten von Texten entspricht nicht mehr den heutigen Gegebenheiten.
Ein vielfältiges Angebot an Büchern (vielfältig in Bezug auf die Interessen und das Leseniveau) ist die Grundvoraussetzung für den Erfolg. Um diese Möglichkeit bieten zu können, wurde an der Karmeliterschule im Frühjahr 2000 eine Schulbibliothek eröffnet. Seitdem wird daraufhin gearbeitet, ein Netz von Aktionen aufzubauen, um die Schule zu einem "Lesehaus" zu machen.
Im Rahmen der Unterrichtszeit lesen Schülerinnen und Schüler in kleinen Gruppen Bücher aus der Kinderliteratur. Wenn möglich -Eltern unterstützen dies vorbildlich- liest jedes Kind im eigenen Buch. Die Bereitschaft und die Motivation, im eigenen Buch zu lesen, ist groß. Die Möglichkeit, es jederzeit bei sich zu haben und auch später noch einmal darin lesen zu können, motiviert die Kinder sehr. Zweimal im Jahr findet eine Leseolympiade statt. Hierbei sollen die Freude am Lesen und das gemeinsame Tun im Vordergrund stehen. Untertitel der Leseolympiade ist: Kinder lesen für Kinder.
Es geht nicht darum, "besser" zu lesen als der "Konkurrent", sondern auch zu lesen, wie der Mitschüler oder die Mitschülerin. So erfolgt am Ende keine Bewertung, sondern jedes Kind erhält als Anerkennung eine Urkunde und einen kleinen Buchpreis. Prinzip ist, dass jedes Kind die Chance bekommt, einmal während seiner Grundschulzeit Teilnehmer zu sein. Zu erwähnen ist, dass auch die Lehrer der Herkunftssprachen mit ihren Schülerinnen und Schülern üben, die dann in ihrer Sprache vorlesen. In der Außenstelle finden diese Veranstaltungen ebenfalls statt.
Leseförderkonzept
Lesen ist das Basis-Medium unserer Kultur. Durch Lesen entsteht mehr Lebensqualität. Nicht lesen können bedeutet, von den wesentlichen Bereichen des gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und kulturellen Lebens ausgeschlossen sein. Daher muss das Lesen einen zentralen Raum in der Schule einnehmen. Allerdings wird das "Lesen im Gleichschritt" den Anforderungen und Möglichkeiten der Grundschule nicht mehr gerecht. Häppchenkost aus dem Lesebuch, das schrittweise Erarbeiten von Texten entspricht nicht mehr den heutigen Gegebenheiten.
Kinder erwerben Lesekompetenz in verschiedenen Lernsituationen. Sie lesen besonders gern Texte, die für sie einen Stellenwert haben. Die Funktion des Lesens erschließt sich ihnen in sinnvollen Sprachhandlungen. Die Entwicklung einer stabilen Lesemotivation ist notwendige Grundlage für einen langfristigen Lernprozess im Umgang mit Texten und Medien. Deshalb werden folgende Punkte berücksichtigt:
- Vermittlung und Anwendung der notwendigen fachspezifischen Lernformen (Methodenlernen)
- Entwicklung einer Lese-Schreib-Kultur
- Berücksichtigung des Lehrplans und Erfüllung der verbindlichen Anforderungen
- Maßstäbe der Leistungsbewertung
Unsere Ziele der Leseförderung sind:
- erfolgreiches Lernen der Lesetechnik ⇒ Erstlesen
- langfristige Lesefreude und intensives Leseinteresse entwickeln ⇒ Selbstvergessenes Lesen
- Texten Informationen entnehmen und dabei Lesestrategien nutzen ⇒ Informierendes Lesen
- Textinformationen deuten, reflektieren und bewerten ⇒ Interpretieren
Selbstvergessenes Lesen – Individuelle Auswahl an Lesetexten
| Beispiele, Übungsformen | Lernstandsfeststellung |
| differenzierte Texte lesen | Sichtung der Leseprotokolle |
| Ganzschriften lesen | |
| Bücherkiste | Beobachtung und Wertung der Buchauswahl |
| Autorenlesungen | |
| Bücher vorstellen | Nutzung von Antolin |
| Leseprotokolle anfertigen | |
| Bücherei als Leseraum | Stolperwörter-Lesetest |
| Lesenach |
Informierendes Lesen – Entnahme von Informationen und der Umgang mit ihnen
| Beispiele, Übungsformen | Lernstandsfeststellung |
| Werkstattarbeit | Aussagen mit Textstellen belegen |
| Lese-Mal-Blätter | |
| Tages- und Wochenplan lesen | |
| alle Arbeitsanweisungen lesen | |
| Fragen zum Text bearbeiten | |
| wichtige Textstellen markieren | |
| Überschriften für Textabschnitte finden | |
| Kernwörter finden | |
| Notizen machen | |
| in Lexika und Wörterbüchern nachschlagen | |
| Zeitungen lesen | |
| das Internet nutzen | |
| Sachliteratur zu U.-Einheiten nutzen | |
| Lesen von Rezepten, Spiel- u. Bastelanleitungen | |
| Anwenden von Lesestrategien |
Interpretieren – Auseinandersetzen mit Texten
| Beispiele, Übungsformen | Lernstandsfeststellung |
| Erzählen zu Gelesenem und dazu schreiben | Überprüfung von Textarten |
| Texte rekonstruieren | |
| Schlüsselbegriffe klären | betontes Vorlesen |
| Texte in Bilder umsetzen | |
| Geschichten am PC gestalten | begründete schriftliche und |
| Stehgreif- und Rollenspiel | mündliche Meinungsäußerungen |
| Gedichte mit Bewegung darstellen | |
| Textarten erkennen | |
| Gedichtarten kennen lernen und vortragen | |
| Texte analysieren | |
| seine Meinung zu Texten äußern und begründen |
Anwenden von Lesestrategien
| Beispiele, Übungsformen | Lernstandsfeststellung |
| leise oder laut wiederholen und aufsagen | Sichtung der Leseprotokolle |
| mehrmals lesen | |
| Wichtiges unterstreichen oder markieren | |
| Aussagen mit Textstellen belegen | |
| Notizen anfertigen | |
| Schlüsselwort-Methode | |
| mit eigenen Worten zusammenfassen | Lernstandserhebungen |
| Fragen beantworten | |
| Randbemerkungen anfertigen | Hamburger Leseprobe |
| Informationen heranziehen | |
| den "roten Faden" erkennen | Stolperwörter-Lesetest |
| Gliederung/Ordnung hineinbringen | |
| Mind Mapping | Leseaufträge |

Abbildung 1. Visualisierung des Lesenetzwerkes als Flussdiagramm
Mehrsprachigkeit
Eine Schule mit konstant hohem Zuwandereranteil muss sich über die Entwicklung der Zweisprachigkeit und die Rolle der Muttersprache in dieser Entwicklung Gedanken machen. Forschungsergebnisse bestätigen unsere Beobachtungen, dass Kinder, die ihre muttersprachlichen Fähigkeiten beibehalten, umso besser die Zweitsprache lernen. Wenn man die deutschen Lehrpläne betrachtet, die allerdings nur die deutsche Muttersprache im Auge haben, ist die Muttersprache extrem wichtig und ausschlaggebend für alle andere Lernerfolge. Natürlich können Kinder in einer zweiten Sprache bei guter Förderung ebenfalls gute Bildungserfolge nachweisen und es setzt auch nicht notwendigerweise die Fortsetzung einer muttersprachlichen Bildung voraus. Aber es ist ebenso wünschenswert, dass Kinder sich nicht gezwungen fühlen, einen Teil ihrer eigenen Vergangenheit und einen Teil ihres Lebens in der Familie zu verleugnen, wenn sie in der Schule Erfolg haben sollen. Um der Gesamtentwicklung der Persönlichkeit willen ist es ebenso wichtig, dass die Muttersprache sich nicht nur in der Familie sondern auch im Bereich des Lesens und Schreibens in der Schule weiter entwickelt.
Dass Mehrsprachigkeit die Kinder überfordert, zu Sprachentwicklungsstörungen führt oder sogar den Verlust der eigenen kulturellen Identität herbeiführt, kann nicht nachgewiesen werden. Eher ist festzustellen, dass Sprachen miteinander in Verbindung stehen, dass die gute Entwicklung der einen Sprache der guten Entwicklung der anderen helfen kann. Wie sollen Eltern denn auch angehalten werden, die eigene Sprache ihren Kindern nicht mehr weiter zu geben, um stattdessen eine für sie fremde deutsche Sprache, die sie nicht beherrschen, zu vermitteln? Wesentlich ist, dass die Eltern überhaupt mit ihren Kindern sprechen, dass Kommunikation stattfindet, dass differenziert gesprochen wird, dass in der Familie gelesen wird. Mangelnde sprachliche Fähigkeiten hängen eher mit unzureichender Kommunikation zusammen als mit der Tatsache, welche Sprache in der Familie gesprochen wird.
Wenn Kinder in der Vorschulzeit wenig Kontakt mit gleichaltrigen deutschen Kindern haben, ist das bei der Einschulung bemerkbar. Sind sie aber in ihrer Muttersprache normal entwickelt, werden sie dieses Sprachdefizit bei entsprechender Förderung relativ schnell aufholen.
Die Leseförderung der Kinder anderer Muttersprache erstreckt sich auch auf die Eltern. Auch sie müssen befähigt werden, adäquat mit ihren Kindern sowohl in ihrer eigenen aber auch in der neuen Sprache ihres Kindes im Prozess des Zweitsprachenerwerbs zu kommunizieren.
Das Projekt mitSprache
Folgende überlegungen haben zur Einrichtung des Modellprojektes mitSprache geführt: Kinder der dritten Generation aus zugewanderten Familien besuchen mittlerweile Frankfurter Schulen. Entgegen der in den vergangenen Jahren immer wieder zu hörenden Auffassung, es sei bald nicht mehr nötig, diesen Kindern besondere Fördermaßnahmen zukommen zu lassen, häufen sich in der letzten Zeit Anzeichen, die ein genaueres Hinschauen angeraten sein lassen: Zwar belegen die Frankfurter Schulstatistiken seit Jahren beträchtliche Schulerfolge ausländischer Kinder und Jugendlicher vor allem beim Erreichen des mittleren Schulabschlusses. Aber im Vergleich zu Kindern aus deutschen Familien befinden sich zu viele ausländische Kinder und Jugendliche in Haupt- und Sonderschulen oder verlassen die Schule ohne Abschluss.
Dieses Projekt kam auf Initiative von Dr. A. Magen, Dezernent für Integration, zustande und wurde in Zusammenarbeit mit dem Staatlichen Schulamt für die Stadt Frankfurt am Main, dem Amt für multikulturelle Angelegenheiten und den beiden Schulen Karmeliter- und Uhlandschule entwickelt. In diesem Schuljahr haben sich weitere 4 Schulen dem Projekt angeschlossen.
Modellhaft in jeweils einer Klassenstufe wird seit Beginn des Schuljahres 2000/01 nach neuen Wegen gesucht, zugewanderten Schülerinnen und Schülern Möglichkeiten anzubieten, die deutsche Sprache besser zu erlernen. Darüber hinaus soll die Zusammenarbeit mit den Eltern intensiviert werden.
Von Seiten des Amts für multikulturelle Angelegenheiten wurden Fachkräfte als Moderatorinnen des Projekts in den nunmehr bereits 6 Frankfurter Schulen eingesetzt und das Staatliche Schulamt hat den Schulen für die Zusammenarbeit der Lehrkräfte ebenfalls Stunden in Höhe jeweils einer halben Stelle zugewiesen.
Die Moderation in der Karmeliterschule hat Frau Dipl.-Päd. Dorothea Lochmann.
Gute Deutschkenntnisse sind für eine erfolgreiche Schullaufbahn von Kindern aus zugewanderten Familien eine Grundvoraussetzung. Das Projekt mitSprache umfasst:
- Förderung von Deutsch als Zweitsprache (DaZ)
- Förderstunden für Kinder mit geringen Deutschkenntnissen
- Gedichte zum Hören und Sehen: Erstellen einer Hörkassette
- Halbjährlich stattfindende Leseolympiaden für alle Kinder
- Projekt Zeitung in der Grundschule (3. und 4. Klassen)
- Aufbau einer Deutschwerkstatt
- Mehrsprachigkeit
Um die Bedeutung der Muttersprachen der Kinder zu unterstreichen und die Entwicklung von Mehrsprachigkeit zu unterstützen, nehmen die Herkunftsprachenlehrer für Türkisch und Kroatisch an diesem Projekt teil. Der kollegiale Austausch und die türkischen und kroatischen Beiträge zur Leseolympiade tragen zu einer bewussteren Wahrnehmung der Lebenswelt unserer Schülerinnen und Schüler bei.
Lehrerfortbildung
Die 4. Säule dieses Projektes bilden die Fortbildungsveranstaltungen zu den oben beschriebenen Arbeitsfeldern für das gesamte Kollegium.
Die Deutsch-Werkstatt
Im Rahmen des mitSpracheprojektes wurde die Einrichtung einer Deutsch-Werkstatt beschlossen. Diese befindet sich jetzt in Aufbau. Materialien zur Vorbereitung des Deutsch- und Sachunterrichts werden gesammelt und systematisiert. Dieser Raum soll so ausgestattet werden um ihn auch mit Schülern als Schreibwerkstatt nutzen zu können. Arbeitsmittel, wie Computer, Schreibmaschine, Druckkasten oder verschiedene Schreibmaterialien sollen zum angeleiteten, aber auch zum freien Schreiben anregen.
Elterntreffs
In der Erziehung und Förderung der Kinder sehen wir die Eltern grundsätzlich als Partner. Ausreichende Deutschkenntnisse sind notwendig, um gemeinsam die vielfältigen Probleme besprechen zu können. Deshalb haben wir den Sprachkurs "Mama lernt Deutsch" und einen monatlichen Treff "Deutsch und Dialog" eingerichtet. Im letzteren werden nicht nur die Deutschkenntnisse der Fortgeschrittenen verbessert, sondern auch aktuelle Erziehungsprobleme besprochen. Darüber hinaus werden in regelmäßig stattfindenden Elterntreffs am Nachmittag anhand von Büchern und Spielen Fördermöglichkeiten im Elternhaus vorgestellt.
Die in der Presse hochgespielte Feststellung, das Elternhaus sei in der Erziehung überfordert, sollte uns nicht entmutigen, sondern eher auffordern, Lösungsperspektiven aufzuzeigen. Ein Beispiel dafür ist die Leseerziehung. Diese wird nur gelingen, wenn Elternhaus und Schule eng miteinander kooperieren. Aus diesem Grund finden regelmäßig Elternnachmittage im Rahmen des mitSprache-Projektes statt unter dem Motto: "Elterntreff - (Lern)Spiele und Bücher". Hier haben Eltern, Lehrer, Schülerinnen und Schüler Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen, ausgestellte Bücher anzusehen und zu kaufen. Die Kinder sind sehr stolz, wenn sie mit einem neuen, eigenen Buch nach Hause gehen und erzählen später in der Klasse davon. In solch einer entspannten Atmosphäre kann die Schule zu einem lesefreundlichen Klima im Elternhaus beitragen, wenn die Bedeutung des Lesens für Freizeit, Unterhaltung, aber auch persönliches Fortkommen deutlich gemacht werden kann.
Mama lernt Deutsch - Papa auch
Kurzinformation
Das Projekt ist Teil eines Gesamtprojekts, das Eltern ausländischer Herkunft besser vorbereiten soll, die schulische und berufliche Integration ihrer Kinder zu unterstützen.
Durch besseres kennen lernen der Schule, ihrer Aufgaben, aber auch ihrer Erwartungen an Schülerinnen und Schüler und an die Eltern soll die Kooperation zwischen ausländischen Eltern und der Schule gestärkt werden und sollen den Eltern bessere Partizipationsmöglichkeiten eröffnet werden.
Ziele
- die Deutschkenntnisse entsprechend den konkreten Lernbedürfnissen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer ausbauen und vertiefen. Sprachbewusstsein fördern und für das Thema Zweisprachigkeit sensibilisieren
- Strukturkenntnisse vermitteln
- die Kontakte zwischen Schule und Elternhaus verbessern
- Schwellenängste gegenüber pädagogischen Einrichtungen verringern
- Erziehungs- und Ausbildungsfragen thematisieren.
Das Präventionskonzept
Ziel: Hinführung der Schüler zu einem positiven Selbstkonzept, Sozialkompetenz und Konfliktbewältigung
Gesundheitserziehung
- dass Grundschüler ihren Körper kennen lernen
- mit ihrem Körper verantwortungsbewusst umgehen.
- dabei auch ihr Konsumverhalten kennen lernen
- Begrenzungen ihrer Süchte (viel Fernsehen, Süßigkeiten, Computerspiele usw.) akzeptieren lernen.
- sportliche Aktivitäten im Bewusstsein der Gesunderhaltung des Körpers betreiben.
Primäre Suchtprävention
- die Stärkung ihrer Persönlichkeit erfahren
- Kontakt- und Beziehungsfähigkeit verbessern.
- eine eigene Streitkultur entwickeln.
- Grenzen und Stärken ihrer eigenen Person erkennen.
- Ein Einfühlungsvermögen für sich und die Mitschüler erwerben.
- Vertrauen zu sich selbst aufbauen.
- Die "Ausweichmentalität" vermeiden lernen.
- Eine emotionale Stabilität anstreben.
Didaktisch-methodische Ansätze für das Erreichen der oben genannten Ziele
- Unter allen Beteiligten am Erziehungsprozess sollte/muss ein Kontaktfluss bestehen.
- Den Schüler so "akzeptieren" wie er ist.
- Sinnvolle pädagogische Grenzen setzen und auch Konsequenzen verdeutlichen.
- Ein Vorbild für Kinder sein (mit Stärken und Schwächen).
- Fehler der Kinder auch zulassen.
- Geduldig zuhören und Verständnis für die Kinder aufbringen.
- Auch Räume für die Selbsterfahrung schaffen.
Laufende Projekte in der Gesundheitserziehung
- Schulzahnärztlicher Gesundheitsdienst und Projekt - Fluoridisierung" (1-4 Kl.)
- Schulfrühstück - eine vernünftige und ausgewogene Mahlzeit für Schulkinder (1 Kl.)
- Lebensmittel - gesundheitlicher Stellenwert (Kiosk Schule, Herbstmarkt Zeil) (2-4 Kl.)
- Spiel- und Sportveranstaltungen (3-4 Kl.)
- Hygiene im täglichen und sportlichen Bereich (1-4 Kl.)
Laufende Projekte auf dem Gebiet der Prävention
- Gewaltprävention - Zusammenarbeit mit der Polizei
- Projekte zur Gewaltprävention in den Klassen 1-4 der GS
- Elternabende zu diesem Thema mit Vertretern der Polizei
- Gefahren auf dem Schulweg GS
- Verkehrsschulung in der GS (3 + 4Kl.)
- Inanspruchnahme verschiedener Einrichtungen zur Jugendhilfe und deren Angebote
- Sexualerziehung und die Problemstellung Schule - Familie (3 + 4 Kl.)
- Medienangebote und Medienerziehung
Ein Pilotversuch
Zusammen mit dem Schulpsychologischen Dienst, dem HELP, der Polizei und dem Kinderbüro arbeitet die Fachberatung für Suchtprävention beim Staatlichen Schulamt an einem Konzept für Gewaltprävention an der Grundschule, das perspektivisch flächendeckend in Frankfurt durchgeführt werden soll. Die Karmeliterschule hat als eine von vier Frankfurter Grundschulen ihre Teilnahme an diesem Pilotprojket zugesagt. Das Projekt startet am 1.Februar 2003.
Dieses Projekt orientiert sich an dem Unterrichtsprogramm: "Eigenständig werden", die Fortsetzung des Programms "Fit und Stark fürs Leben".
Das Programm ist auf lange Sicht angelegt.
Auskuft erteilen:
- Karmeliterschule
- Staatliches Schulamt für die Stadt Frankfurt am Main
- HELP
- Kinderbüro
- Polizei der Stadt Frankfurt am Main
Fit und stark fürs Leben
Wir hielten es für angebracht, frühzeitig anzusetzen und bereits mit den Grundschulklassen ganz gezielt ein Präventionskonzept zur Persönlichkeits-förderung zu beginnen.
Ziele:
Es galt aufzuzeigen, dass Konfliktsituationen und Probleme in der Klassengemeinschaft - oft ausgelöst durch verbale Gewalt - nicht zwangsläufig Gegengewalt oder Anpassung erzeugen müssen. Es sollte eine Sensibilisierung für das eigene Verhalten/Fehlverhalten ermöglicht, Grundlagen für eine Streitkultur vermittelt und die Akzeptanz des Anderen gelernt werden.
Grundlegende Intention war es:
Stärkung des Selbstwertgefühles und das Erlernen der Fähigkeit, "Neinsagen" zu können, auch wenn andere dies erst einmal nicht verstehen wollen.
"Fit fürs Leben" ist ein Unterrichtsprojekt mit ganzheitlichem Ansatz, der sowohl die affektive und soziale Erziehung sowie die Förderung der Lebenskompetenz mit einbezieht. Der Einstieg - Information der Eltern, das Anlegen einer Arbeitsmappe für Zeichnungen, Arbeitsaufträge, Selbstbeobachtungsaufgaben, "Detektivaufträgen" zur eigenen Person - weckte bei den Schülerinnen und Schülern bereits große Neugier. Regelmäßig wiederkehrende Rituale wie Entspannungstechniken, Atemübungen, Phantasiereisen, Lieder und Aktionsspiele gehörten bald zum festen Bestand des Klassenalltags. Besonders wichtig und von den Kindern immer wieder eingefordert, waren die Bereiche, in denen sie sich ausagieren und ihre Negativgefühle zulassen konnten. Hier durften sie ihre Wut und Enttäuschungen zeigen und ihrer Freude freien Lauf lassen.
Die einzelnen Themen und Rituale wurden zunehmend häufiger in realen Konfliktsituationen in der Klasse und bei Situationen, in denen Kinder traurig oder wütend waren, herangezogen und als Lösungsstrategie benutzt.
Im 1., 2. und im 3. Schuljahr wurde wöchentlich eine Stunde fest im Plan verankert, welche gemeinsam mit der Beratungslehrerin gestaltet wurde. Die Klassenlehrerin hat die Möglichkeit, das Thema in weiteren Stunden aufzugreifen.
Am Ende der dritten Klasse haben die Schülerinnen und Schüler gelernt, ihre ängste und Schwächen einzugestehen, ihre Stärken besser zu kennen und sie nicht egoistisch auszuspielen, sondern sie zunehmend mit Ruhe zu hinterfragen. Es gibt im Klassenverband mehr Rücksichtnahme und Hilfe untereinander.
Im 4. Schuljahr sollen mit den erlernten Techniken und Erfahrungen Bewältigungsfertigkeiten wie Angst- und Stressbewältigung vermittelt werden. Auch das Training sozialer Kompetenz wie Standfestigkeit gegen sozialen Druck und Beeinflussung wird eine wichtige Rolle spielen.